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11.9.2003   Pfälzer Merkur / Zweibrücken Land 

Wie war der Alltag in Hornbach vor 300 Jahren?
Vorstellung und Autorenlesung im Fabianstift vor vielen sachkundigen Freunden der Klosterstadt

Bilder-Zoom
Buchübergabe August Ernst (links), Vorsitzender der Zweibrücker Arbeitsgemeinschaft für Familienforschung, überreicht ein Exemplar des Hornbacher Gerichtsbuchs an Maria Besse, daneben Thomas Besse und Bernd Gölzer. Sie haben ein Werk geschaffen, das viele Details der Hornbacher Geschichte bewahrt und in die Zukunft rettet. Foto: BESSE

Hornbach (fro). An einem lauen Sommerabend waren viele Neugierige zum Fabianstift in Hornbach gekommen, um Neustes aus der Geschichte Hornbachs zu erfahren, über Sitten und Bräuche speziell im 18. Jahrhundert und über die Menschen selbst natürlich.

Mit der letzten Veröffentlichung liegt jetzt das dritte Buch über Hornbach vor, das sich wissenschaftlich mit der Vorgeschichte auseinander setzt. "Das Hornbacher Gerichtsbuch von 1753 bis 1790" wurde von den Autoren Maria und Thomas Besse und Bernd Gölzer herausgegeben. Alle drei beschäftigen sich seit Jahren mit ihrer Familiengeschichte, die eng mit Hornbach und der Umgebung verbunden ist. So stellte die Familie Besse mehrmals in der Geschichte den Stadtschultheiß von Hornbach. Der Untertitel des Buches lautet: Die Kontraktenprotokolle der Freiwilligen Gerichtsbarkeit und Einwohnerlisten aus dem 18. Jahrhundert. Kontraktenprotokolle sind Vertragsabschlüsse über den Verkauf von Mobilien und Immobilien (Häuser und Land). 843 dieser Protokolle sind in dem Buch zu finden, aus denen die Leser städtische und wirtschaftliche Veränderungen zu Beginn der Neuzeit herauslesen können. Außerdem gewähren sie einen Einblick in die Sozialstruktur der Stadt Hornbach im Zeitraum vor der französischen Revolution 1789.

Viel namenkundliches Material ist in dem Buch enthalten. Für Namen- und Familienforscher ist besonders interessant, dass nicht nur viele Hornbacher Bürger genannt sind, sondern auch Personen aus umliegenden Gemeinden und aus Zweibrücken. Es sind auch Orte betroffen, die heute zum Saarland und zu Lothringen gehören. Deren Bezugsort aber Hornbach war. Das Buch ist darüber hinaus deshalb auch so wichtig, weil fast alle Dokumente der langen Geschichte Hornbachs bei einem Brand zu Beginn des zweiten Weltkriegs im Rathaus verloren gegangen sind. Bis auf einige unvollständige Kopien von Kirchenbüchern ist kaum mehr etwas vorhanden. In manchen Fällen hilft das Pfalz-Zweibrücker Häuserbuch weiter.

Die Autoren lasen Abschnitte aus den Protokollen vor, es ging um Erbstreitigkeiten wie in heutiger Zeit nicht anders, um zu wenig Mitgift und andere Dinge mehr. Mit kurzen Worten, wir lernen aus der Geschichte, dass wir aus der Geschichte nichts lernen.

Das Buch umfasst sieben Kapitel. Hilfreiche Ergänzung sind die in Farbe mit detaillierten Teilausschnitten veröffentliche Bannkarte und die Bannbeschreibung von Renovator Sundahl aus dem Jahre 1726. Einwohnerlisten aus den Jahren 1776 bis 1790, aus der Regierungszeit des Herzogs Carl II. August, runden das Bild ab. "Mit diesem dritten Buch haben wir unser dreiblättriges Kleeblatt zur Geschichte der Stadt Hornbach beendet", beschloss Thomas Besse poetisch seinen instruktiven Vortrag.

Herausgegeben wurde das Buch von der Zweibrücker Arbeitsgemeinschaft für Familienforschung, deren Vorsitzender August Ernst anwesend war.

Zu beziehen ist das Buch im Historama Hornbach, bei der Hornbacher Sparkasse und außerdem in allen Zweibrücker Buchhandlungen. Das Hornbacher Gerichtsbuch von 1753-1790. Das Buch besitzt einen Festeinband, umfasst 452 Seiten, 12 Farbseiten, vier Karten und kostet 22.50 Euro. ISBN-Nummer 3-00-011467-X.

Das erste Buch der drei Autoren: Bürgermeisterei-Rechnungen und Einwohnerlisten der Stadt Hornbach von 1663 bis 1700. Das zweite Buch: Der Hornbacher Stadtschultheiß Isaac Besse (1652-1725), Vorfahren und Nachkommen.



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